Schallschutz von Gebäuden in Holzmodulbauweise Teil II - Messung & Simulation der Stoßstellen
Zusammenfassung:
Die Hersteller der Raummodule setzen als tragende Bauteile häufig flächige Massivholzelemente wie z.B. Brettsperrholz (CLT) ein. Daher spielt das Stoßstellendämm-Maß Kij eine wesentliche Rolle zur Charakterisierung der schalltechnischen Entkopplung der Raumodule.Durch die horizontale und vertikale Reihung der Module in Gebäuden der Holzmodulbauweise ergeben sich gegenüber der klassischen Massivholzbauweise abweichende Situationen an den Bauteilstößen. Es liegen zwangsläufig zweischalige Trennbauteile auf dem vertikalen (Decke) sowie horizontalen (Wand) Übertragungsweg vor, weil die Raummodule als funktionsfähige Einheit vorgefertigt sind. Man kann das als Doppel-L-Stoß bezeichnen, gegenüber den bekannten L- / T- & X-Stößen.Die schalltechnische Entkopplung der Module erfolgt seitens der Hersteller meist durch elastische Baulager, wie z.B. Elastomere, deren Dimensionierung überwiegend auf statischen Vorgaben basiert. Die Kopplung der Raummodule durch Verbindungsmittel ist herstellerspezifisch unterschiedlich gelöst.Das Stoßstellendämm-Maß kann aus der Messungen der Schnellepegeldifferenz in beiden Richtungen über die Stoßstelle ermittelt werden. Dieser Messansatz kann analog mittels der finiten Element Methode (FEM) nachgestellt sowie im Postprocessing die Verläufe und Einzahlwerte für Kij berechnet werden. Langfristig können Materialparameter-Untersuchungen durchgeführt werden, beispielsweise hinsichtlich der Baulager. Im Teil II des Beitrags werden Messergebnisse der verschiedenen Stoßausführungen, Entkopplungsmaßnahmen und Verbindungsmittel sowie erste Simulationsergebnisse - mit Validierung gegenüber Messergebnissen - für einen klassischen T-Stoß präsentiert