Die Amplitudenmodulation musikalischer Signale als musikalisches Ausdrucksmittel und ihr Zusammenhang mit psychophysiologischem Arousal (no manuscript)
Zusammenfassung:
Gegenstand des Forschungsprojektes bilden amplitudenmodulierte musikalische Signale in der Funktion von musikalischen Ausdrucksmitteln. Im Rahmen einer experimentellen Studie werden Vorkommen und Ausprägung musikalischer Amplitudenmodulationsvorgänge im Zusammenhang mit dem Arousal der Versuchspersonen untersucht, einem Zustand erhöhter psychophysiologischer Aktivierung, der auf eine Erhöhung der Leistungsbereitschaft des Organismus abzielt. Als Stimulusmaterial dienen vokale und synthetische musikalische Phrasen, denen Amplitudenmodulationen in verschiedenen Ausprägungsstufen aufgeprägt sind. Neben peripher-physiologischen und subjektiven Arousal-Indikatoren werden über Selbstberichte weitere Dimensionen des emotionalen Zustands des Rezipienten registriert.Amplitudenmodulierte vokale Signale bewirken im Vergleich zu unmodulierten, aber weitestgehend identischen Signalen einen Anstieg der aus elektrodermaler Aktivität abgeleiteten Arousal-Indikatoren. Amplitudenmodulierte vokale und synthetische Signale gehen mit einer höheren subjektiven Arousal- sowie einer geringeren Valenzbewertung einher. Sie stellen sich als erregende, aversive Reize dar, die eine Erhöhung der Aktivität des sympathischen Nervensystems hervorrufen. Diese Befunde werden vor dem Hintergrund einer „Warn- und Aversionssignaltheorie“ der Amplitudenmodulation interpretiert, der zufolge es sich bei amplitudenmodulierten akustischen Signalen um entwicklungsgeschichtlich alte Expressivmittel vorsprachlicher Kommunikationssysteme handelt, die in Gefahren- und agonistischen Situationen Einsatz finden.Das Projekt leistet einen Beitrag zur musikpsychologischen Arousal-Forschung, indem es eine bislang vorrangig in der akustischen Ethologie und der experimentellen Neurophysiologie untersuchte Eigenschaft akustischer Kommunikationsmittel im Zusammenhang mit Arousal innerhalb musikalischer Kommunikationssituationen betrachtet.