Modell- und messdatenbasierte Untersuchungen in der Schallausbreitung von Windenergieanlagen
Zusammenfassung:
Infolge des zunehmenden Ausbaus der Windenergie rückt der Schall von Windenergieanlagen und seine Ausbreitung in den Fokus der Öffentlichkeit. Ein Ziel aktueller Forschungsarbeiten ist es die komplexen physikalischen Phänomene in der Schallausbreitung besser zu verstehen. Hierfür sind umfangreiche Messungen unter realen Feldbedingungen sowie validierte Modelle notwendig. Im Rahmen des Projektes „WEA-Akzeptanz“* wurde ein Modell zur Vorhersage der Schallausbreitung von Windenergieanlagen erstellt. Das Modell basiert auf die CNPE (Crank Nicolson Parabolic Equation)-Methode und kann spezifische atmosphärische Bedingungen sowie verschiedene Bodenarten berücksichtigen. In dem Projekt wurden zudem umfangreiche Feldversuche bei vielfältigen Umgebungsbedingungen durchgeführt. In insgesamt fünf Messkampagnen wurden akustische, meteorologische und anlagenspezifische Daten aufgenommen. Für die akustischen Messungen wurden drei Schalldruckpegelmesser in unterschiedlichen Entfernungen zur Windenergieanlage positioniert sowie Gesamtschalldruckpegel, Terzspektren und Audiosignale aufgezeichnet.In diesem Beitrag werden die durchgeführten Messungen sowie deren Auswertungen vorgestellt. Es wird ein umfassender Datensatz zur Validierung von Ausbreitungsmodellen hergeleitet und am Beispiel des CNPE-Modells angewandt. Schließlich werden auf Basis von Simulations- und Messdaten die physikalischen Effekte und die Zusammenhänge in der Schallausbreitung betrachtet.* Die Projekte „WEA-Akzeptanz“ und „WEA-Akzeptanz-Datenplattform“ wurden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert (FKZ: 0324134A / 03EE3062).