Verkehrsgeräusche militärischer Fahrzeuge beim Fahren im Gelände
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Abstract:
Schallimmissionsprognosen für den öffentlichen Verkehr werden in Deutschland nach der RLS 19 erstellt. Dort werden Vorbeifahrten von PKW, LKW, schwere LKW und Motorräder auf typischen Straßenoberflächen berücksichtigt. Militärische Fahrzeuge im öffentlichen Straßennetz lassen sich sachgerecht diesen Gruppen zuordnen. Etwaige Besonderheiten, z. B. Kettenfahrzeuge, spielen nur in sehr seltenen Fällen eine Rolle und können dann über eine einfache Gewichtung berücksichtigt werden. Fahren militärische Fahrzeuge auf Truppenübungsplätzen oder Standortübungsplätzen sind diese Szenarien nicht mehr mit dem Fahren auf Straßen zu vergleichen. Es wird über Feldwege, über geschotterte Wege, über Sandwege oder im tiefen Gelände gefahren. Besondere Geländestrecken weisen kurze, massive Steigungen auf, auf denen angehalten und angefahren wird. Bei dem vorgeschriebenen Einrichtungsverkehr auf diesen Strecken wirkt sich die massive Richtcharakteristik der Motorgeräusche von Panzern signifikant auf die Lärmbelastung in der Nachbarschaft aus. Bei einigen Übungen, bei denen beispielsweise die Motoren Zusatzaggregate antreiben, fahren die Fahrzeuge gar nicht. Die Motorgeräusche spielen auf Übungsplätzen deshalb im Vergleich zu den auf der Straße dominierenden Abrollgeräuschen eine viel größere Rolle.Der Beitrag stellt die besonderen Aspekte beim Verkehrslärm von Fahrzeugen im Gelände vor und diskutiert einen Modellansatz, der die RLS19 so erweitert, dass sich Besonderheiten im Gelände und eine Richtwirkung der Motorengeräusche berücksichtigen lassen.